Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Unsere Route

Samstag, 28. Juni 2014

was vom Träumen übrig blieb

Seit fast zwei Wochen sind wir jetzt wieder zurück in Deutschland. Waren wir wirklich fast 6 Monate unterwegs? Es ist irgendwie komisch, sobald man die eigene Wohnung betritt ist es, wie es immer war. Das Erlebte scheint bereits weit hinter uns zu liegen. Schade, irgendwie hatte ich gehofft, dass die Eindrücke das eigene Bewusstsein stärker beeinflussen, irgendwie präsenter bleiben.

Man kann Erlebtes also nicht konservieren.

Was man kann, ist sich erinnern. Und wenn man sich so erinnert, dann merkt man, welche Eindrücke, welche Orte sich ein bißchen tiefer eingebrannt haben, ins eigene Ich. Für mich ist dies Patagonien, der einzige Ort den wir gesehen haben, der noch so ist, wie es sein sollte. Der Mensch tritt hier zurück in der eigenen Wahrnehmung. Natürlich ist auch Patagonien keine von menschlichen Einflüssen unberührte Landschaft mehr, aber Menschen, deren Straßen und Bauwerke nehmen hier nicht die Hauptrolle ein. Berge, Seen und Flüsse, Tiere und der Wind spielen hier die Hauptrolle. Und den Menschen die hier leben oder auch nur reisen wird eine Eigenverantwortung übertragen, selbst zu entscheiden was man tun sollte oder was man lieber sein lässt.

Jeder sollte sich mal aufmachen um solche Orte zu finden. Es wird einem schnell bewusst werden, dass dies die Schätze der Erde sind, die gegen die finanziellen Interessen internationaler Multis, korrupter Politiker oder auch nur den gedankenlosen Verbrauch natürlicher Ressourcen einer ständig wachsenden Bevölkerung geschützt werden müssen.

Man lernt beim Reisen nicht nur viel über die Welt, sondern vor allem über sich selbst. Erstaunlich ist die Erkenntnis das man hervorragend mit 2 Hosen, 2 T-shirts, 1 Jacke, 2 Paar Socken und 2 Paar Schuhen durchs Leben kommt. Der erste Blick in den eigenen Kleiderschrank nach der Rückkehr ist daher etwas surreal und man fragt sich wer oder was uns in unserem "normalen Leben" dazu veranlasst diese Masse an Kleidung anzuhäufen. Naja, jedenfalls ist der Altkleidercontainer auf der anderen Straßenseite jetzt voll ;-)

Längere Zeit unterwegs zu sein, befreit einen vom selbst auferlegten Zwang in kurzer Zeit möglichst viel erleben zu müssen, der bei so manchen 2 Wochen-Urlaub verhindert, dass man mal richtig durchpustet. Nach 3 Wochen beginnt man zu vergessen welcher Wochentag gerade ist. Der Verzicht auf Fernsehen und Zeitung befreit einem von den Themen um die sich hier in Deutschland scheinbar alles dreht. Gesellschaftliche Lage, politische Entscheidungen, wirtschaftliche Entwicklung, nichts davon ist für einen selbst wirklich wichtig. Diese Themen werden nur durch das System relevant, in welches wir hineingeboren werden und durch die einseitige mediale Berieselung nehmen sie im Alltag einen viel zu großen Raum ein. Unterwegs zu sein, rückt die Dinge wieder ein bißchen zurecht. Man merkt aus eigener Erfahrung was einem Freude bereitet, was einem gut tut, was einen ärgert oder belastet. Man ist frei das eine zu tun und das andere zu lassen. Ein Zustand, der Zufriedenheit schafft.

Sicher gäbe es noch sehr viel zu erzählen, aber auch tausende von geschriebenen Worten werden es nicht schaffen das zu vermitteln, was die eigenen Sinne aufnehmen in den verschieden Ländern, die wir bereist haben. Es fehlen Geräusche und Gerüche, Wind und Wellen, Regen und Hitze, Freude und Schmerzen, Geschmack und Gefühle. Da hilft nur sich selbst auf den Weg zu machen. Also los, ihr seid an der Reihe !

Wir werden sicher noch viele Gelegenheiten haben über das Erlebte mit euch zu sprechen, schließlich warten noch Zehntausendundsechzig Fotos darauf, gezeigt zu werden ;-)

Dieser Blog hat aber erstmal ausgedient. Er bleibt online, wer weis wann wir ihn wieder brauchen.

Vielen Dank an euch alle, dafür dass Ihr uns über diesen Blog bei unserer Reise begleitet habt. Danke für die "Likes" und Kommentare im Blog, per e-mail oder auf Facebook. Tatsächlich fanden wir es schön zu wissen, dass sich jemand dafür interessiert wie es uns geht und wo wir gerade sind. Nachzusehen ob sich jemand zu unseren Blogeinträgen gemeldet hat war uns ein festes und liebgewonnenes Ritual, immerdann wenn wir wieder online gehen konnten.  

Anliegend noch ein kleiner Film mit Ausschnitten unserer Reise. Ich kann zwar nicht filmen und wir haben eher zufällig ab und an ein Filmchen gedreht als damit die komplette Reise zu dokumentieren, aber dennoch finde ich, dass es einen etwas anderen Eindruck von dem Erlebten vermittelt als die in den Blog gestellten Fotos. Leider musste ich die Datei runterskalieren um das ganze in youtube hochladen zu können. Die Bildqualität ist daher nicht mehr die beste.





Würde uns freuen, wenn wir bei dem einen oder anderen von euch den Wunsch geweckt oder verstärkt haben sollten sich mal auszuklinken, den Rucksack zu packen und einen Schritt in die Welt zu wagen, ein bißchen abseits ausgetretener Pfade zu wandeln. Es finden sich immer viele Argumente warum gerade jetzt nicht die richtige Zeit ist aufzubrechen, aber denkt daran, there is only...

One Life, Live It !

Viele Grüße
DölLi & DölLine




Samstag, 14. Juni 2014

Letzter Gruß aus Fernost

Die Rücksäcke sind gepackt. Gleich werden wir uns mit einem Tuktuk zum Flughafen in Siem Reap fahren lassen.

Eine kleine Anekdote zum Thema "wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben" muss aber noch sein.
 
Mit dem Bus auf dem Landweg von Laos nach Siem Reap in Kamboscha, ca 400 km. Hört sich wenig spannend an, wird hier aber zum 12 Stunden Abenteuer unter dem Motto "In den Händen der Busmafia".

Bei der Ankunft am Fähranleger bei Don Det, bevor wir auf die Insel übersetzten, hatten wir uns am Busterminal einen Busvoucher für den internationalen Transfer nach Kambodscha ausstellen lassen. Dieser sei für die "New Street" hieß es, Reisezeit 8 h. Na ja, " New Street" hört sich ja nicht schlecht an, dachten wir. 35 $ pro Person war etwa der Preis, der auch im Reiseführer genannt war. Wir bekamen 2 Zettel in die Hand mit dem gewünschten Reisedatum, alles klar also. Da der Grenzübergang über Land vom Reiseverkehr noch nicht allzu häufig genutzt wird waren die anderen Informationen aus dem Lonely Planet wie folgt: Ein Visa on Arrival ist dort erhältlich. Zu der normalen Visagebühr kommt eine eher inoffizielle "Stempelgebühr" von 2$ je Pass und 4$ für eine "Gesundheitsuntersuchung" an der Grenze, von der wir schon im Internetgelesen hatten. Na dann.

Am Reisetag ließen wir uns mit dem Boot unseres Guesthouse von Don Det übersetzen. Auf dem 200 Metern Fussweg vom Fähranleger zum Busterminal die Ansprache "Show the Ticket here please". Ja, ja genau, auf die Anfängertricks fällt man nach 6 Monaten Weltreise nicht mehr rein. Ignorieren, weitergehen.

Am Bustermimal sitzt ein auffällig gutgekleideter Laote (gutes Hemd, neues Handy, auffällige Uhr und Motorrad) und kümmert sich offenbar um Visaformalitäten. Der Mann verdient offensichtlich besser als 99% seiner Landsleute. Und Geld kann man hier nur mit Touristen machen, also mit uns. Er hatte schon einen Stapel Reisepässe der anderen Passagiere vor sich liegen und füllte fleißig Visaanträge aus. "Er erledigt alles an der Grenze" hieß es, also gut. 30$ pro Nase waren weg. Das waren zwar 4 $ mehr pro Person als Visagebühr + Stempelgebühr + Gesundheitsuntersuchung kosten sollten, aber wenn sich einer kümmert, ist doch schön. Irgendwoher muss das Hemd und die Uhr ja kommen.

Dann die erste Konfusion. Statt des erwarteten großen Busses erschienen zwei Minivans. Für 30 Reisende mit jeweils großen Rucksack? Naja, andere Länder,  andere Sitten! Ich schmiss die Rucksäcke in einen der Minivans, während DölLine die Tickets nochmal vorzeigen musste. Irgendetwas schien mit unseren Tickets nicht zu stimmen. Alle saßen abfahrbereit in den Minibussen, nur der Kontrollmeister lief mit unseren Tickets wortlos davon. DölLine hinter ihm her. Am Busterminal wurde dann ein weißer Zettel gegen einen anderen weißen Zettel ausgetauscht,  keine Erklärung. Jetzt sollten wir einsteigen, aber der Minibus war bereits mit den Anwesenden mehr als voll. Wir sollten zum anderen Bus "und unser Gepäck? "Don't worry, an der Grenze werden die Busse getauscht." In der Hektik ließen wir uns zum anderen Minibus dirigieren. Der Minibus mit unseren Rucksäcken fuhr los. Jetzt waren wir von unseren Rucksäcken getrennt, der Kardinalfehler aller Reisenden schlecht hin!

Der andere Minibus war auch voll. Alle mußten wieder raus, die Rucksäcke wurden entladen, notdürftig auf dem Dach befestigt und siehe da, im Minivan wurde eine Notsitzbank runtergeklappt, auf der wir nun Platz hatten. 15 Minuten nach unseren Rucksäcken starteten wir nun Richtung Grenze.  Wir befürchteten das Schlimmste und verabschiedeten uns innerlich von unserem lieb gewonnen Reisegepäck.

Nach einer Stunde holpriger Fahrt kam die Grenze in Sicht. Mit Erleichterung sahen wir wie unsere Rucksäcke gerade im hohen Bogen von der Ladefläche des anderen Minibusses geschmissen wurde. Nix wie hin und nie wieder hergeben! 

Im Entenmarsch marschierten wir mit unserem Gepäck auf die Grenze zu. Der gut gekleidete Meister mit den 30 Pässen voran. Er verschwand im ersten Grenzhäuschen. Der Entenmarsch der Touris endete bei einer jungen Dame mit Mundschutz auf dem Schild neben ihr stand "Quarantäne Station". Mundschutz ist ja in Asien nicht unüblich. Diese Dame hielt in ihrer Hand allerdings eine futuristische Laserpistole, die sich im weiteren Verlauf als kambodschanisches Hightech- Ferndiagnose-Fieberthermometer entpuppte, mit dem sie auf jeden der kurz stoppenden Einreisewilligen zielte. Ich frage mich was passiert wäre wenn das Hightechmonster ein Grad zuviel angezeigt hätte?  Hätte ich dann eine Woche auf dem Stühlchen neben ihr auf der Quarantänestation verbringen müssen, oder hätten 5 Dollar meine unverzügliche Gesundung bewirkt?

Wir wurden zu einem Unterstand dirigiert, wo wir warten sollten. Anderthalb Stunden später erschien der Visameister mit einem Lächeln im Gesicht "Everything okay". Tatsächlich, unsere Pässe erhielten das gewünschte Visa. Dem Mann sei sein Wohlstand gegönnt.

Jetzt konnte es eigentlich weitergehen. Ein Transportmittel war allerdings weit und breit nicht zu entdecken. "Wait here for the bus" war die knappe Anweisung. Nach weiteren 45 Minuten erschien ein klappriger, Großbus. "Aha, jetzt geht es also weiter". Der Fahrer stieg aus, rief den Einsteigewilligen ein knappes "Wait,wait" zu, lief zum Unterstand, legte sich dort in die hängende Hängematte und war in 2 Minuten weggeknackt. Mmmh? Eine Stunde später war der Fahrer soweit wieder hergestellt, dass es nun losgehen konnte.

In der Annahme nun nach Siem Reap durch zu kommen, nahmen wir Platz. Nach 15 Minuten Fahrt kam ein weiterer Ticketmeister, sah sich die Tickets aller Reisenden an, wurde bei unseren stutzig, murmelte etwas von "old road". Auf unser Entgegenhalten "no, no new road" verschwand er wieder. Wir blieben etwas ratlos zurück. Nach 10 Minuten kam er wieder, behauptete unser Ticket wäre für die "old road", damit würden wir für weitere 10 Stunden durch halb Kambodscha gondeln und um 0.30 Uhr in Siem Reap ankommen.  Für 15 Dollar mehr pro Person könnten wir auf die "new road" upgraden und wären dann in 5 Stunden gegen 18 Uhr in Siem Reap. Das sahen wir nicht ein. Er murmelte etwas was sinngemäß bedeutete : "take it, or leave it" und verschwand. Wir ließen es erst mal auf uns zukommen. Nach einer halben Stunde hielt der Bus. Alle sollten aussteigen. "Old road here, new road there" hieß es kurz. Wir stellten uns zur new road. "You not!" Auf unserem wiederholten Hinweis wir hätten den Preis für die New Road bezahlt, die kurze Antwort: " Es wäre ihm egal!" Zwischenzeitlich hatten wir bei den anderen Reisenden festgestellt, dass auf deren Ticket handschriftlich "New road" vermerkt war. Dieser Hinweis fehlte bei uns. Ob dieser Hinweis bei der morgendlichen Einsteige-Tickettausch-Konfusion verloren gegangen war oder niemals da war, können wir bis heute nicht sagen. Der Ticketmeister gab zu verstehen es wären noch 3 Plätze für die new road frei und für 10 Dollar pro Person sollten wir jetzt upgraden oder die halbe Nacht über Kambodschas Landstraßen eiern. Immerhin 5 Dollar billiger als noch vor 30 Minuten. Die Aussicht auf die nächtliche Odyssee war wenig verlockend und so wechselten 20 Dollar den Besitzer und wir durften nun legalerweise bei der New Road Gruppe stehen.

Unsere Hoffnung jetzt schnell und reibungslos nach Siem Reap transportiert zu werden, währte nur kurz. Wir sollten auf eine Fähre über den Mekong warten und am anderen Ufer würden 2 Minibusse warten. Die Fähre entpuppte sich eine halbe Stunde später als rostiger Schrotthaufen. Zunächst mussten wir einen nicht anspringenden SUV von der Fähre schieben, dann fuhr der Rosthaufen beim Ablegen gegen irgendein Hindernis im Wasser. Beim Aufprall hüpften die zwei geparkten Fahrzeuge auf der Fähre einen halben Meter nach vorne und es war mehr Zufall, dass dabei niemand verletzt wurde. Trotz großer Bedenken schaffte es der Rosthaufen dann doch zur anderen Seite. 

Wir wurden mit 13 Leuten plus Fahrer und Gepäck in den Innenraum eines Minivans verfrachtet, der somit das Doppelte seiner erlaubten maximalen Zuladung erreichte. 6 Stunden rappelten wir tatsächlich über eine "neue Straße" und erreichten gegen 20 Uhr Siem Reap.

Fazit: Im öffentlichen Nahverkehr zwischen Laos und Kambodscha gibt es noch leichten Verbesserungsbedarf. :-)

Endlich wieder in Kambodscha, wieder an einem unserer Lieblingsplätze der letzten Monate, in Siem Reap! Wir haben den letzten Tag genutzt um unser maximal zulässiges Fluggewicht durch eine ausgedehnte Shoppingtour wieder herzustellen. Außerdem haben wir im wunderschönen kleinen La Niche d'Angkor Boutique Hotel relaxed.

Erholung von dem Busreiseabenteuer.
Kambodscha ist unser absoluter Favorit in Südost-Asien. Wunderbar freundliche und herzliche Menschen, viel Ursprünglichkeit aber auch genug touristische Infrastruktur um entspannt reisen zu können (außer im Grenzverkehr mit Laos ;-) 

Für uns könnte es für immer so bleiben wie es jetzt ist!

Wird es aber nicht!

An keinem Ort unserer Reise haben wir gedacht: "Schade, wir sind ein paar Jahre zu früh hier". Aber an vielen Orten: "Schade, wir sind zu spät, hier wären wir gerne vor 10 oder 15 Jahren gewesen".

Fast ein halbes Jahr auf Reisen geht zu Ende. Kaum zu glauben, uns kommt es so vor als hätten wir erst vor ein paar Tagen die Türe hinter uns zu gemacht um durch viele neue Türen zu gehen.

Wir sind jetzt weder besonders traurig das die Zeit zu Ende geht, noch sind wir voller Freude über unsere Rückkehr.  Ein Leben nur an einem Platz auf dieser Welt wird es für uns auch in Zukunft nicht geben. Dazu gibt es zuviel zu sehen auf unserer Erde.

Das Reisen der letzten Monate, wie auch unsere Rückkehr nach Deutschland sind somit immer nur eine Momentaufnahme.

Wir werden uns von Zuhause nochmal mit einem Fazit zu den letzten Monaten auf diesem Blog melden. Dazu wollen wir uns aber ein paar Tage Zeit lassen, alles ein bißchen sacken lassen, etwas Abstand gewinnen und eine andere Perspektive einnehmen.

Wir freuen uns jetzt ersteinmal darauf viele von euch bald wieder zu sehen.

Ein letztes Mal daher aus der Ferne,

Viele Grüße
DölLi & DölLine

Donnerstag, 12. Juni 2014

Don Det - aus der Zeit gefallen

Etwas eigenartig ist es schon, dass ich mich an einem Ort wie diesem ins Internet einloggen kann.  Ganz im Süden von Laos, nahe der kambodschanischen Grenze erreicht der Mekong seine maximale Breite. In seiner Mitte erheben sich unzählige kleine Inseln. Das Gebiet wird 4000 Islands genannt. Eine der kleinen Inseln mitten im Mekong ist Don Det. Erst seit 2008 ist Don Det an ein Stromnetz angeschlossen, aber seit vielen Jahren schon finden sich internationale Aussteiger auf Zeit hier ein, um die Zeit zu vergessen. Bisher gibt es nur sehr einfache Hütten als Unterkunft, keine geteerten Straßen, auf den handgeschriebene Tafeln vor den Restaurants steht "Green Weed" gleich unter der Nudelsuppe und Shakes gibt es auch in einer etwas teureren "Happy"-Version. Aus den Lautsprechern klingt Led Zeppelin und Janis Joplin, vorausgesetzt der Strom ist nicht gerade ausgefallen, was ungefähr 10 mal am Tag passiert.

Ankunft auf Don Det
Hauptverkehrsstraße auf Don Det
Paradise 2 ? Vielleicht ein bißchen.
Don Det Motorway
 
Unterwegs auf Don Det.

Reisfelder auf Don Det

Jetzt zu Beginn der Monsunzeit schüttet es jeden Nachmittag aus vollen Kübeln und die Wege verwandeln sich in Schlammpfade.

Das wir es hierher geschafft haben stand ja auf der Kippe, da alle Flüge von Luang Prabang nach Pakse mangels Passagiere kurzerhand gestrichen wurden. Wir mussten zunächst nach Vientiane, Air Lao hat das Hotel bezahlt und so haben wir uns halt einen Abend in der Hauptstadt von Laos umgesehen bevor es am nächsten Morgen dann nach Pakse ging. Von dort sind es 150km bis zum Fähranleger nach Don Det. Wir kamen Morgens um 7.45 Uhr am Flughafen in Pakse an, haben uns auf gut Glück in die Innenstadt fahren lassen, sind ins nächste Travellerbüro wegen einem Transfer nach Don Det und siehe da, der Bus stand abfahrbereit vor der Türe. Na dann einsteigen und los.

3 Stunden später standen wir am Ufer des Mekong, unsere Rucksäcke wurden in ein Langboot geworfen und wir saßen mit ein paar anderen im Boot und wurden nach Don Det übergesetzt. Mittags bei 35 Grad musste erst mal ein Unterkunft her. Für 3$ die Nacht haben wir einen der besseren Bungalows genommen. "Besser" heißt in diesem Fall, das Dach schien einigermaßen dicht, es gab fließend Wasser und ein Bett. Am Nachmittag haben wir uns dann für 1$ Fahrräder gemietet und die Insel umrundet. Dabei sind uns dann die "Luxushütten" des Don Det Guesthouse aufgefallen, die hatten sogar Fenster und eine kleine Veranda mit Hängematte, Restaurant gleich davor. Mit 10 $ die Nacht zwar 3 mal so teuer, egal bei den Preisen ist dreimal so teuer immer noch billig. Am nächsten Tag sind wir hierher gezogen.

Am nächsten Morgen haben wir uns mit Mr. Mo Adventures und einer bunt gewürfelten Bachpackertruppe mit Kajaks den Mekong runtergestürzt, was sehr lustig war, weil die Strömung an manchen Stellen sehr schnell wurde und man im Kanu allerhand arbeiten musste um nicht in den Büschen oder auf den Steinen zu landen. Es hat die Anderen erwischt, unsere Kajakskills sind mittlerweile semiprofessionell ;-)).

Diese Fahrräder sind für asiatische Frauen gebaut.
Baden im Mekong? Aufpassen wegen der Strömung.
Mit Hut gelingts.
 Auch hier wird gespielt.

Wir waren an den Liphi Wasserfällen und an den größten Wasserfällen Südost-Asiens , den Khone Phapheng Fällen. Beide Wasserfälle machten den französischen Kolonialtraum einer schiffbaren Wasserstraße von China bis ans südchinesische Meer zu nichte und verhindern bis heute das Waren auf großen Booten den Mekong entlang verfrachtet werden können.

Gewitter über den Khone Phapheng Fällen
Fischer an den Liphi Fällen.
Oder mit dem Wurfnetz.
Khone Phapheng
Den Rest der Zeit haben wir vergammelt, lauschen dem Regen, trinken ein paar kühle Beerlao, schaukeln in der Hängematte und überlegen, ob wir wirklich schon nach hause kommen sollen. Dann müssten wir uns nämlich Morgen zuerst in ein Boot, dann in einen Bus setzen und zurück nach Kambodscha fahren. Wenn alles funktioniert wäre man dann in 8 - 12 Stunden in Siem Reap von wo am Sonntag unser Flieger geht.

Abends wird es ruhig auf Don Det.
Sonnenuntergang am Mekong.
Lieblingsbeschäftigung

Don Det Guesthouse.
Wir werden sehen.

Gruß DölLi & DölLine


Samstag, 7. Juni 2014

zauberhaftes Laos - Luang Prabang

Seit 5 Tagen sind wir im Norden von Laos unterwegs. Von Hanoi sind wir direkt nach Luang Prabang geflogen. Laos erfüllt alle unsere Erwartungen. Luang Prabang ist eine alte Kaiserstadt und verfügt über eine große Anzahl an Klostern.

Luang Prabangs Altstadt auf der Mekonghalbinsel
Mönche überqueren am Abend eine Bambusbrücke
Tempel in Luang Prabang
Jeden Morgen ab 5 Uhr erklingen die spirituellen Trommeln aus den buddistischen Tempeln und ab 5.30 Uhr beginnen die Mönche ihren Almosengang durch die Innenstadt auf einer Halbinsel im Mekong. Buddistische Gläubige knien entlang der Straße und geben den Mönchen Almosen in Form von Reis, Bananen oder anderen Lebensmitteln. Jetzt in der Nebensaison sind nur wenige Touristen im Ort und so hat die Tradition des Almosengangs weniger das Flair eines Touristenspektakels, sondern ist wieder das was es immer war, eine religiöse Zeremonie.

Almosengang



Am zweiten Tag haben wir eines der für den Mekong typischen Langboote gechartert und haben uns den Mekong flußaufwärts shippern lassen. Ziel war die Pak Ou Höhle, die nur vom Wasser aus erreichbar ist. In der Höhle stehen hunderte Buddha Figuren im Halbdunkel. Wir waren an diesem Nachmittag die einzigen Besucher und so konnten wir die mystische Stimmung in der Höhle ganz in Ruhe genießen.

Mit dem Langboot auf dem Mekong
Begegnung am Fluss
Anlegestelle an der Pak Ou Höhle
Pak Ou Höhle in einer Felswand über dem Mekong
Sprituelle Stimmung


Eigentlich waren wir ja nach Luang Prabang gekommen um 3 Tage durch die Berge zu den dort lebenden Bergvölkern zu trekken. Allerdings sind wir seit über 5 Wochen bei 35 bis 40 Grad unterwegs und so war uns klar, dass 5-6 Stunden Trekking am Tag einfach nicht zu machen sind. Also haben wir uns vor Ort nach Alternativen umgesehen und uns für eine 2 Tagestour entschieden.

Am ersten Tag haben wir ein ganztägiges sogenanntes Mahouttraining in einem Elefantencamp absolviert. Ein einmaliges Erlebnis! Zunächst sind wir auf einem Elefanten eine Runde durch den Wald geritten. Das ganze auf einer der aufgeschnallten Holzbänke. Das kannten wir schon aus unserem Thailandurlaub.

Aufsteigen bitte!
Erste Runde mit Bank
Bhutan hatte unterwegs Hunger
Danach ging es richtig los. Wir lernten ein paar Elefantenkommandos und dann bekam jeder von uns einen Elefanten, setzten uns direkt auf den Nacken dieser fantastische Tiere und los ging es in den Wald. Auf den ersten Metern dachte ich, dass ich keine Chance habe diese Tour ohne einen 3 Metersturz zu meistern, da dass ganze sehr schaukelt und nichts da ist an dem man sich festhalten kann. Bergab stützt man sich direkt auf dem Kopf des Elefanten ab. Ansonsten kein Seil, kein gar nix. Diese unglaublichen Tiere merken aber wenn der Touri auf ihrem Rücken droht das Gleichgewicht zu verlieren und pressen das jeweilige Bein dann mit ihrem Ohr an den eigenen Körper. UNGLAUBLICH.

Nach der Tour durch den Dschungel sind wir dann mit den Elefanten direkt in den Mekong geritten. Da fing der Spaß dann richtig an.

Jetzt ging es los.
Ganz schön wackelig und nix zum festhalten.
Verdientes Bad im Mekong
Jetzt wird es nass
Wenn er sich schüttelt...
Bleibt keiner oben!
Mit dem Elefanten im Mekong.

Festhalten!
Es geht zurück.



Ein fantastischer Tag, der aber noch lange nicht zuende war.

Nach dem Elefantencamp ging es in ein Dorf der Hmong, wo wir eine Nacht im Homestay vor uns hatten. Eine Familie im Dorf vermietet eine der Hütten an Touristen, die Einnahmen kommen der Dorfgemeinschaft zu gute. Gemeinsam mit unseren Guides Wong unf Kum haben wir eine wackelige Bambusbrücke überqueert und sind im Dorf angekommen. Mitten im Dorf lag unsere Hütte, sehr einfach, nur eine Matratze auf dem Boden zum schlafen. Gekocht und gegessen wurde draußen auf der überdachten " Veranda". Dort haben wir gesessen und dem Leben im Dorf zugeschaut, vor allem natürlich den Kindern.

Brücke zum Dorf
Unser Homestay
Die Nachbarschaft
Dorfsupermarkt

Unsere Veranda
Ja, man kann auch ohne tausend Spielsachen spielen

Wer guckt denn da?

Öffentlicher Waschplatz
Technik hält Einzug.
Dressed to impress


Das Abendessen wird eingekauft
Geschlafen haben wir wirklich gut und sind mit dem ersten Hahnenschrei vor der Hütte aufgewacht. Frische Eier zum Frühstück, dann ging es zu Fuß weiter bis wir einen Nebenfluss des Mekong erreicht hatten. Dort bestiegen wir unsere Kanus.
An der Stelle, wo wir unsere Kanus bestiegen wartete ein neuer Teilnehmer unserer Tour auf uns. Ein Chinese! Mit 3 Kanus ging es los den Nebenfluss des Mekongs durch wunderschöne Natur, Berge und Wälder entlang. Laos ist wirklich noch ein Land mit viel Ursprünglichkeit. Entlang des Flusses viele Fischer in ihren kleinen Booten und grosse Reusenanlagen aus Bambus. Nach drei Stunden machte der Chinese mit angsterfüllten Gesicht und zitternden Beinen schlapp. Unsere Guides mussten eine Abholung des Kanunovizen aus einem Dorf am Ufer des Flusses organisieren. Wir hatten uns gerade erst warmgefahren. Der Chinese tat gut daran das Segel zu streichen, denn kaum waren wir wieder auf dem Fluss,  setzte monsunartiger Regen ein und ein schweres Gewitter mit Blitz und Donner zog über uns hinweg. Während wir uns durch ein paar Stromschnellen, die zum Glück nicht zu viel Wasser führten weiter flussabwärts kämpften. Am Ufer des Flusses lagen Wasserbüffel im Wasser und Reitelefanten wurden von ihren Mahouts im Wasser gebadet. Jetzt hatten wir unser Abenteuer.

Zu Fuß zum Fluss

Los gehts

Begegnung im Fluss

Dann kam der große Regen.
Nach eineinhalb Stunden Wasserschlacht kamen wir am Zielpunkt an, verluden die Kanus aufs Dach vom Auto und fuhren klitschnass zurück nach Luang Prabang in unser kleines My Dream Boutique Hotel.

Dort erwartete uns eine negative Überraschung. Unser Flug für Morgen Vormittag ist ersatzlos gestrichen. Alternativen gibt es keine. Air Lao halt. Derzeit haben wir keine Ahnung wie wir jetzt nach Pakse kommen. Fahren Morgen mal zum Flughafen und sehen wie es weiter geht.

Gruß

DölLi & DölLine

P.S. So heute am Flughafen die Auskunft erhalten, dass alle Flüge nach Pakse in den nächsten Tagen gestrichen sind. Nach ein paar ernsten Worten das Angebot heute nach Vientiane zu fliegen und Morgen von dort nach Pakse. Hotel in Vientiane wird bezahlt. Also OK, machen wir halt das. Wartezeit im Cafe mit Internet überbrückt, dann kann ich wenigstens den Blog schreiben ;-)